Mein erster Farbfilm mit dem Tetenal Colortec C-41 Negativ-Kit Rapid

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Hallo zusammen,

nach ca. 200 manuellen Entwicklungen von Schwarzweiss-Filmen hab ich heute den ersten Farbfilm mit dem Tetenal Colortec C-41 Negativ-Kit Rapid entwickelt.

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Bis dato habe ich immer einen grossen Bogen drum gemacht und Farbfilme im örtlichen Fotoladen über’s Minilab entwickeln lassen. Die Ergebnisse, die Foto-Bischoff aus Bremen hier liefert, sind grossartig. Erst einmal gab es ein Problem, weil ein Mittelformatfilm beim Einspulen geknickt wurde. Auch bei Diafilmen, die bei FoBi manuell entwickelt werden gaben nie Grund zur Klage. Im Gegenteil, die Ergebnisse lagen weit über dem was ich den Grosslaboren kenne. Warum also Farbe zu Hause entwickeln. Es war

NEUGIERDE. 🙂

Aber selbst von der Anschaffung des Kits bei Spürsinn in Braunschweig (http://www.spuersinn-shop.de/) sollte noch einige Zeit vergehen bis ich heute wirklich das Tetenal Colortec C-41 Kit eingesetzt habe. Abgeschreckt hat mich die Temperatur, die bei ungefähr 38° (+/- 0,3°) gehalten werden muss. Es gibt Stimmen, die behaupten man könnte auch bei 20° die Filme entwickeln, eine Quelle dazu konnte ich aber im Internet nicht finden. Die 38°-Variante konnte ich aber für mich ausschließen. Es gibt noch eine alternative Entwicklung bei 30° für die ich mich heute entschieden habe. Die Entwicklungszeiten sind etwas länger, aber die 30° lassen sich dann über die heimische Wasserzufuhr doch viel besser steuern.

Vorbereitung

Zuerst muss die Chemie angesetzt werden. Hierzu findet man im Tetenal Colortec C-41 Negativ-Kit ingesamt sechs Flaschen. Drei Flaschen sind zum Ansetzen des Farbentwicklers, zwei Flaschen für das Bleichfixierbad und eine Flasche für das Stabilisierbad. Das Kit ist darauf ausgelegt eine Arbeitslösung von einem Liter zu erstellen. Da Teilansätze möglich sind habe ich mich für 500ml Arbeitslösung entschieden. Diese habe ich in Braunglasflaschen aus der Apotheke angesetzt. Konkret bedeutet das für das Tetenal Colortec C-41 Negativ-Kit folgende Ansätze:

Farbentwickler: 350ml Wasser, 50 ml Farbentwickler Part 1, 50 ml Farbentwickler Part II und 50 ml Farbentwickler Part III = 500ml

Bleichfixierbad: 300ml Wasser, 100ml BX Part I und 100ml BX Part II

Stabilisierungsbad: 450ml Wasser und 50ml der Stabilisierungschemie

Die Flaschen muss man natürlich beschriften, damit es nicht zu Verwechslungen der einzelnen Ansätze kommt. So sieht das Ganze dann aus:

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Im ersten Anlauf ist es mit der Temperatur auch relativ einfach. Die Chemikalien habe ich gleich bei 30° angesetzt, so dass ich quasi direkt anfangen konnte. Damit die Chemikalien die Temperatur auch halten habe ich einen 14,5l Behälter asu dem Supermarkt mit Wasser gefüllt, dass eine Temperatur von knapp über 30° hatte. Über die Entwicklungszeitraum von ca. 15 Minuten hat sich das Wasser auch nicht merklich abgekühlt. Die Temperatur der Chemikalien habe ich immer zwischengemessen, das wäre aber eigentlich nicht nötig gewesen. Beim nächsten Mal wird’s etwas länger dauern, weil die Chemikalien von Zimmertemperatur auf 30° erwärmt werden müssen.

Der Entwicklungsprozess

Nachdem man alles vorbereitet hat geht es an die Entwicklung. Die Entwicklungsschritte im Kurzprogramm:

  1. Vorwässern, bzw. Erwärmen der Dose: Inhalt der Dose mit 30° warmen Wasser füllen und 5 Minuten erwärmen. Ich habe die Dose jede Minute 2x gekippt. Ob das nötig gewesen wäre kann ich nicht sagen.
  2. Entwicklung mit dem Farbentwickler: Kompletten Entwickler (500ml) in den Tank füllen. Die ersten 30 Sekunden komplett kippen, im Anschluss alle 30 Sekunden 2x. Der Vorgang geht insgesamt 8 Minuten.
  3. Bleichfixierbad: Nachdem der Farbentwickler wieder in der Glasflasche ist füllt man ohne Zwischenwässerung das Bleichfixierbad ein. Im gleichen Kipprhythmus wie beim Farbentwickler wird nun 6 Minuten gekippt.
  4. Wässerung: Nun soll 6 Minuten gewässert werden, am besten bei fließendem Wasser. Ich hab mich entschieden insgesamt 10 Durchgänge im Kippverfahren zu machen. 20x kippen, Wasserwechsel.
  5. Stabiliserungsbad: Zum Abschluss folgt der kürzeste Vorgang. Das Stabiliserungsbad geht lediglich eine Minute. Ich habe davon die ersten 30 Sekunden gekippt.

Nun kann der Film in der Theorie aus der Dose genommen werden. Obwohl ich dazu keine Hinweise finden konnte habe ich eine Schlusswässerung unter fließendem Wasser gemacht und als letzten Schritt mit destilliertem Wasser und Tetenal Mirasol 2000 (Netzmittel) den Film Schlussgewässert. Spüli tut’s hier auch.

Geschafft

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Nun ist es vollbracht. Euer ersten Film, und meiner auch, ist fertig und hängt zum Trocknen.

Die Trocknungszeit habe ich mit einer kurzen Zigarttenpause, diesem Beitrag und der Getränkeversorgung meines Sohnes und seiner Freundin verbracht. Bevor man in den gemütlichen Teil übergeht muss man natürlich die Dose und sämtliches Zubehör gründlich reinigen.

Ich melde mich jetzt erstmal ab, kontrolliere den Trocknungszustand und mache mich dann mit Glück gleich an’s Scannen.

Entwickelt habe ich übrigens einen Kodak Ektar 100 Mittelformatfilm. Das ist auch der Grund warum die Dose mit 500ml gefüllt wird.

Viele Grüße und viel Spaß bei Eurem ersten Farbfilm mit dem Tetenal Colortec C-41 Negativ-Kit Rapid.

Gruss

Thorsten

 

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8 Antworten

  1. Chris sagt:

    ließt sich angenehm, sehr schön erklärt! danke

  2. Marcus sagt:

    schönen dank für deine erfahrungen. du machst mir mut und ich werde mir die chemie jetzt bestellen.
    wie oft kann man die chemie eigentlich nutzen?

    • Thorsten sagt:

      Die einmal angesetzte Chemie kannst Du i.d.R. für 8-12 Filme nutzen. Das genaue Vorgehen und die Ergiebigkeit stehen auf dem Beipackzettel von Tetenal.

      Viele Grüße
      Thorsten

  3. Stephan sagt:

    Danke für den Artikel! Bin über Umwege auf diesen älteren Beitrag gestoßen. Wollte ursprünglich bei 20 Grad versuchen zu entwickeln, die hier von dir „gesuchte“ Quelle hab ich in diesem Video gefunden : https://www.youtube.com/watch?v=DVh8QoQSz9A&lc=z23vhfcavleyvdinpacdp43bdm2stgf0uyvrky2icjhw03c010c.1532622690772005

    Dort wird auch eine Kurve beschrieben, mit denen man die Entwicklungszeiten ausrechnen kann. Ein qualitativer Nachteil, den diese Methode wohl hat ist, dass das Korn gröber wird.

    Habe es allerdings auch noch nicht probiert. Werde das von dir erwähnte Kit mal bei ein paar „weniger ehrgeizig“ geschossenen Farbfilmen ausprobieren 🙂

    Grüße!

  1. 26 Okt ’15

    […] Temperatur für die Chemie einfacher zu erreichen und zu halten schien. Ansonsten habe ich mich an Thorsten Beitrag zur Entwicklung in Tetenal gehalten, weswegen ich hier gar nicht allzusehr auf den eigentlichen Entwicklungsprozess eingehen […]

  2. 18 Jan ’18

    […] Mein erster Farbfilm mit Tetenal Colortec C-41 Negativ-Kit Rapid […]

  3. 10 Sep ’18

    […] vom Artikel „Mein erster Farbfilm“ besorgte ich mir in der „Bucht“ das TETENAL COLORTEC C-41 Negativ -KIT für ca. […]

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